Gallenblasenprobleme heilen: Ernährung

  


Über die richtige Ernährung bei Gallensteinen und den daraus folgenden Problemen gibt es sehr unterschiedliche Ansichten.

Über eines sind sich jedoch alle einig: Die Ernährung spielt bei der Behandlung der Gallenblase eine wichtige Rolle.

Früher wurde zu einer extrem reizarmen Gallenschonkost geraten, aber das ist inzwischen überholt. Man kann auch mit Gallenproblemen relativ normal essen, wenn man ein paar Grundregeln beachtet.

Sogar ohne Gallenblase kann man weitgehend normal essen.

Massvoll Fett geniessen

Sehr fettreiche Nahrung sollte man auf jeden Fall meiden, denn viel Fett zwingt die Gallenblase dazu, sich zusammenzuziehen und möglichst viel Gallensaft auszuschütten.

Dadurch können Gallenkoliken ausgelöst werden.

Besonders heikel sind tierische Fette - pflanzliche Fette sind für die Gallenblase leichter verträglich.

Aber auch sehr fettarme Ernährung ist schädlich für die Gallengesundheit, obwohl sie oft empfohlen wird, von Menschen, die denken, das Gegenteil von fettreich wäre gut.

Bei sehr fettarmer Ernährung verbleibt der Gallensaft nämlich zu lang in der Gallenblase und wird zu stark eingedickt. Dadurch können Gallensteine und Gallengries entstehen, die in der Folge zu Koliken und Gallenblasenentzündungen führen.

Wichtig ist also eine Ernährung mit maßvollen Fettmengen. Weder zuviel noch zuwenig Fett sind der Galle am zuträglichsten.

Am besten isst man beispielsweise Pflanzenöle.

Schwere Mahlzeiten meiden

Bei grossen, schweren Mahlzeiten wird besonders viel Gallensaft aufeinmal benötigt, sodass die Galle sich besonders intensiv entleeren muss.

Dadurch kann es zu Gallenkoliken kommen, ähnlich wie weiter oben bei den fettreichen Mahlzeiten erklärt.

Daher ist es sinnvoll, wenn man seine Mahlzeiten eher klein hält. Sie sollten auch nicht zu winzig sein, sodass man ständig hungrig bleibt oder im Stundentakt Mini-Mahlzeiten essen muss, denn sonst wird die Galle ja unterfordert und der Gallensaft bleibt zu lange in der Gallenblase.

Am besten isst man also richtige Mahlzeiten ohne sich vollzufressen.

Nach der Mahlzeit sollte man sich noch angenehm, beweglich und wohl fühlen.

Hartgekochte Eier meiden

Hartgekochte Eier gehören zu den schwerverdaulichsten Nahrungsmitteln der normalen Küche.

Eier als solche, vor allem das Eigelb, zeichnen sich durch einen hohen Fettgehalt aus (ca. 32% im Eigelb). Davon sind etwa 1,3 gr pro 100 gr Eigelb reines Cholesterin, was ein sehr hoher Wert ist.

Nahrung mit einem hohen Cholesteringehalt ist zwar generell nicht günstig für die Gallenblase, aber beim Ei spielt auch die Zubereitungsart eine Rolle.

In hartgekochter Form ist Ei ganz besonders schwer verdaulich. Und wenn man obendrein noch grössere Mengen hartgekochtes Ei isst, kann das durchaus eine Gallenkolik auslösen.

In anderen Zubereitungsformen und in kleineren Mengen kann man jedoch normalerweise auch als Gallenpatient ab und zu ein Ei oder eihaltige Speisen essen.

Blähungsfördernde Nahrungsmittel meiden

Da der Druck auf die Gallenblase durch einen aufgeblähten Bauch verstärkt wird und schwerverdauliche, blähende Nahrungsmittel die Galle überfordern können, sollte man mit blähenden Nahrungsmitteln vorsichtig sein.

Als besonders blähungsfördernd gelten Kohlarten, Schwarzwurzeln und Hülsenfrüchte. Die dadurch verursachten Blähungen bleiben oft im Darm stecken und blähen ihn schmerzhaft auf.

Auch Zwiebeln und Knoblauch gelten als blähend, aber diese beiden bewirken eher, dass die Luft aus dem Darm entweichen kann. Es kommt also zu geruchsintensiven Darmwinden, aber weniger zu schmerzhaften Aufblähungen.

Zwiebeln und Knoblauch können bei vielen Menschen sogar dafür sorgen, dass die Blähungen durch Kohl und Hülsenfrüchte leichter abgehen und daher weniger Probleme machen.

In wieweit man selbst blähende Nahrungsmittel verträgt oder nicht verträgt, muss man selber ausprobieren, denn das kann von Mensch zu Mensch sehr verschieden sein.

Zur Linderung von Blähungen kann man Kümmel, Liebstöckelsamen, Fenchel und Anis einsetzen. Diese Samen eignen sich auch, um zerstossen über das Essen gestreut zu werden. Man kann sie auch mitkochen oder getrennt als Tee trinken.

Ballaststoffe nach Verträglichkeit

Generell wird eine ballaststoffreiche Ernährung bei Gallenproblemen empfohlen.

Warum viele Ballaststoffe gut für die Galle sein sollen, wird aber nicht erklärt.

Da liegt die Vermutung nahe, dass die Empfehlung für viel Ballaststoffe in der Ernährung vor allem deshalb gegeben wird, weil Ballaststoffe heutzutage geradezu das Synonym für Vollwertkost sind.

Doch diese ausschliesslich positive Sichtweise der Ballaststoffe bekommt in letzter Zeit erste Risse.

Bei Menschen, die Ballaststoffe gut vertragen, fördern diese die Verdauung und es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn sie reichlich verzehrt werden, beispielsweise in Form von Vollkornprodukten oder als Weizenkleie.

Bei annderen Menschen werden Ballaststoffe von bestimmten Darmbakterien namens Firmikuten im Darm zu einer Art Zucker umgebaut. Dieser Zucker beginnt im Darm zu gären und verursacht schmerzhafte Blähungen. Die Blähungen wirken sich ihrerseits ungünstig auf die Gallengesundheit aus.

Obendrein enthalten die Ballaststoffe durch die Umwandlung zu Zucker auch noch Kalorien, sodass die Betroffenen von den vermeintlich schlankmachenden Ballaststoffen zunehmen können, wenn sie nur genug davon essen.

Wieder andere Menschen vertragen Ballaststoffe und einige Reizstoffe in der Hülle von Getreidekörnern so schlecht, dass sie davon ernsthafte Darmentzündungen bekommen. Diese Darmentzündungen sind ein schmerzhaftes Problem für sich genommen und ausserdem leidet die Gallengesundheit darunter.

Bei der zweiten und dritten Gruppe von Menschen handelt es sich nicht etwa um seltene Einzelfälle, sondern um grosse Gruppen der Bevölkerung.

Die Empfehlung für den reichlichen Verzehr von Ballaststoffen gilt also nur für Menschen, die die Ballaststoffe gut vertragen.

Die anderen müssen andere Wege finden, um eine geregelte Verdauung zu erreichen, denn auch Verstopfung ist schlecht für die Galle. Man kann es beispielsweise mit Salat und Obst versuchen.

Keine strengen Diäten

Übergewicht ist zwar ein Risikofaktor für die Enstehung von Gallensteinen und man sollte vorhandenes Übergewicht nach Möglichkeit abbauen.

Aber es ist schädlich für die Gallengesundheit, wenn man zu schnell abnimmt und zu strenge Diäten einhält oder gar fastet.

Dafür gibt es gleich zwei wichtige Gründe, die sich gegenseitig verstärken.

Einerseits wird bei einer strengen Diät kaum Gallensaft zur Verdauung gebraucht, weil man ja kaum fetthaltige Nahrung zu sich nimmt.

Der Gallensaft bleibt also lange in der Gallenblase und wird dort besonders stark eingedickt.

Andererseits wird beim Abbau des Körperfettes viel Cholesterin frei, das in den Fettzellen gespeichert ist.

Dieses körpereigene Cholesterin landet über den Blutweg in die Leber und gesellt sich zu dem Cholesterin, das die Leber sowieso produziert.

Die Leber hat dann also ein Überangebot an Cholesterin, das sie über den Gallensaft ausscheidet, so wie sie es gewohnt ist.

Der Gallensaft enthält dann also besonders viel Cholesterin und eher wenig Gallensäuren, weil ja wenig gegessen wird und daher wenig Verdauungsarbeit ansteht. Dadurch kommt es zu einem Ungleichgewicht in der Zusammensetzung des Gallensaftes. Er enthält zuviel Cholesterin.

Der Entstehung von zahlreichen Gallensteinen sind dadurch Tür und Tor geöffnet.

Sinnvoll ist zur allmählichen Gewichtsabnahme also eine leicht kalorienreduzierte Ernährung mit viel Gemüse und Obst und ansonsten reichlich Bewegung. Im Grunde genommen die gleichen Empfehlungen, die für jede Gewichtsabnahme gelten, aber bei Gallenkranken mit dem Zusatzeffekt, dass die Entstehung von Gallensteinen nicht gefördert wird.

Der Vorteil einer allmählichen Gewichtsabnahme bei ausreichender Nahrungsmenge und viel Bewegung ist ausserdem, dass der Körper straff bleibt oder wird und dass kein Jojo-Effekt eintritt.

Viel trinken

Wie bei gesunden Menschen, ist es auch für Gallenkranke wichtig, dass sie ausreichend trinken, am besten viel Wasser oder Kräutertees.

Wassermangel hat zahlreiche gesundheitliche Nachteile, in Bezug auf die Galle wären dies vor allem ein stark eingedickter Gallensaft und die Neigung zu Verstopfung.

An normalen Tagen sollte man 2,5 bis 3 Liter täglich trinken, bei heissem Wetter, viel Sport oder Schwitzen aus anderen Gründen braucht man bis zu 10 Liter.

Vor allem wenn man viel trinken muss, sollte man auch an eine ausreichende Salzzufuhr denken, weil der Körper nicht nur Wasser, sondern auch Salz braucht. An Schwitztagen also entweder salzhaltiges Mineralwasser trinken oder etwas Salz in andere Getränke geben. Auch eine Gemüsebrühe oder Salzgebäck können hilfreich sein.

Siehe auch:

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